NIS2-Konformität & Informationssicherheitsrichtlinie

Sarama CRM-Plattform
Betreiberin: Angad Manik Beratung für Strategie und Projekte, Rebgasse 53, 4058 Basel, Schweiz
Verantwortliche Person: Angad Bank (ehemals Manik), impact@angad.swiss
Plattform: sarama.angad.swiss
Stand: 11. März 2026


1. Zweck und Geltungsbereich

Diese Informationssicherheitsrichtlinie dokumentiert die Sicherheitsmassnahmen und Verfahren zur Vorfallreaktion der Sarama CRM-Plattform in Übereinstimmung mit der Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2-Richtlinie), die am 16. Januar 2023 in Kraft trat und von den EU-Mitgliedstaaten bis zum 17. Oktober 2024 umzusetzen war.

Obwohl die Angad Manik Beratung für Strategie und Projekte ein Schweizer Unternehmen ist und NIS2 nicht direkt unterliegt, wenden wir NIS2-konforme Sicherheitspraktiken an, weil:

Diese Richtlinie deckt die Sarama CRM-Plattform und alle an ihrem Betrieb beteiligten Systeme, Daten und Prozesse ab.


2. Governance und Verantwortlichkeit

2.1 Managementverantwortung (NIS2 Art. 20)

2.2 Risikomanagement-Ansatz (NIS2 Art. 21(1))

Wir verfolgen einen risikobasierten Ansatz für die Sicherheit, verhältnismässig zu unserer Grösse, der Art unserer Dienste und den potenziellen Auswirkungen von Vorfällen auf unsere Kunden.


3. Risikomanagement-Massnahmen (NIS2 Art. 21(2))

3.1 Risikobewertung und Richtlinien (Art. 21(2)(a))

Risikoregister (identifizierte Hauptrisiken):

RisikoWahrscheinlichkeitAuswirkungMinderung
Unbefugter DatenbankzugriffMittelKritischRLS, verschlüsselte Zugangsdaten, Org-Isolation
API-Schlüssel-Kompromittierung (Kundenschlüssel)MittelHochAES-256-GCM-Verschlüsselung, Rotationserinnerungen
OAuth-Token-DiebstahlNiedrigHochSupabase Vault-Verschlüsselung, Token-Widerruf
XSS / Injection-AngriffeMittelHochDOMPurify, parametrisierte Abfragen, CSP
Supabase-InfrastrukturbruchNiedrigKritischSchweizer Hosting, Verschlüsselung im Ruhezustand, Backup
DDoS auf öffentliche EndpunkteMittelMittelRatenbegrenzung, Supabase Edge-Schutz
Lieferketten-Kompromittierung (npm)NiedrigHochAbhängigkeitsprüfung, Lock-Dateien
Phishing gegen PlattformnutzerMittelMittelOTP-basierte Auth (keine Passwörter zum Phishen)

3.2 Vorfallbehandlung (Art. 21(2)(b))

Siehe Abschnitt 5 (Vorfallreaktionsplan).

3.3 Geschäftskontinuität (Art. 21(2)(c))

3.4 Lieferkettensicherheit (Art. 21(2)(d))

Unterauftragsbearbeiter und deren Sicherheitsniveau:

LieferantDienstSicherheitsstandardsDatenstandort
SupabaseDatenbank, Auth, Speicher, Edge FunctionsSOC 2 Type II, verschlüsselt im Ruhezustand (AES-256), TLSZürich, CH
StripeZahlungsabwicklungPCI DSS Level 1, SOC 2USA (EU-US DPF)
AnthropicKI-ModelleSOC 2, Daten nicht für Training verwendetUSA (SVK)
OpenAIKI-ModelleSOC 2, Enterprise-DatenverarbeitungUSA (SVK)
Google CloudKI-Modelle (Gemini)ISO 27001, SOC 2USA/EU
GoogleAnalytics (einwilligungsgestützt)SOC 2, ISO 27001USA/EU
CloudflareTurnstile CAPTCHASOC 2, ISO 27001USA/EU (Anycast)

3.5 Sicherheit in Entwicklung und Wartung (Art. 21(2)(e))

3.6 Wirksamkeitsbewertung (Art. 21(2)(f))

3.7 Cybersicherheitsschulung (Art. 21(2)(g))

3.8 Kryptographie (Art. 21(2)(h))

AnlageVerschlüsselungStandard
API-Schlüssel (KI-Anbieter)AES-256-GCMNIST SP 800-38D
OAuth-Tokens (E-Mail/Kalender)Supabase VaultEnvelope-Verschlüsselung
Daten bei ÜbertragungTLS 1.2+IETF RFC 5246+
Daten im Ruhezustand (Datenbank)AES-256 (Supabase/AWS)Infrastrukturverwaltet
Abmelde-TokensHMAC-SHA256RFC 2104
VerschlüsselungsschlüsselSupabase Secret (ENCRYPTION_KEY)Rotation bei Kompromittierung

3.9 Zugriffskontrolle und Asset-Management (Art. 21(2)(i))

Authentifizierung:

Autorisierung:

3.10 Multi-Faktor-Authentifizierung (Art. 21(2)(j))


4. Sicherheit öffentlicher Endpunkte

Die Plattform stellt öffentliche (nicht authentifizierte) Endpunkte für Formulare und E-Mail-Tracking bereit:

EndpunktZweckSicherheitsmassnahmen
form-loaderFormulardefinitionen ladenKein JWT erforderlich; CORS auf erlaubte Domänen beschränkt
form-submitFormulareingaben annehmenRatenlimit: 5/Min/IP/Formular; CORS beschränkt
form-connectExterne FormularintegrationRatenlimit: 10/Min/IP; Org-spezifische Domänenvalidierung
track-openE-Mail-ÖffnungstrackingTracking-Pixel; IP-Filterung für Apple MPP
track-clickE-Mail-Klicktracking302-Weiterleitung; keine Datenexposition
process-unsubscribeE-Mail-AbmeldungHMAC-SHA256-Tokenvalidierung; keine Klartext-IDs
assessment-chatÖffentlicher Assessment-ChatKeine CORS-Wildcard; dynamische Domänenvalidierung

5. Vorfallreaktionsplan (NIS2 Art. 21(2)(b), Art. 23)

5.1 Vorfallklassifizierung

SchweregradBeschreibungBeispielReaktionszeit
KritischDatenschutzverletzung, Systemkompromittierung, TotalausfallDatenbankbruch, Verschlüsselungsschlüssel-LeakSofort (< 1 Stunde)
HochTeilweise Datenexposition, erhebliche BeeinträchtigungAPI-Schlüssel-Exposition, RLS-Umgehung< 4 Stunden
MittelBegrenzte Auswirkung, einzelner Mandant betroffenDatenproblem einer einzelnen Org, Edge-Function-Fehler< 24 Stunden
NiedrigGeringfügiges Problem, keine DatenexpositionUI-Bug, nicht-sensibler Log-Leak< 72 Stunden

5.2 Schritte der Vorfallreaktion

  1. Erkennung & Triage (0–1 Stunde) — Umfang, betroffene Daten und betroffene Kunden identifizieren. Schweregrad gemäss obiger Tabelle klassifizieren.
  2. Eindämmung (1–4 Stunden) — Betroffene Systeme oder Konten isolieren. Kompromittierte Zugangsdaten widerrufen. Betroffene Endpunkte bei Bedarf deaktivieren.
  3. Benachrichtigung (innerhalb von 24 Stunden bei bedeutenden Vorfällen) — Betroffene Kunden per E-Mail benachrichtigen. Bei Datenschutzverletzungen: Meldung innerhalb von 72 Stunden gemäss DSGVO Art. 33. Bei NIS2-relevanten Vorfällen: CSIRT innerhalb von 24 Stunden (Frühwarnung), vollständiger Bericht innerhalb von 72 Stunden.
  4. Beseitigung & Wiederherstellung (1–7 Tage) — Ursachenanalyse. Schwachstellen beheben. Bei Bedarf aus Backups wiederherstellen. API-Schlüsselrotation für betroffene Kunden anordnen.
  5. Post-Incident Review (innerhalb von 30 Tagen) — Lessons Learned dokumentieren. Risikoregister aktualisieren. Präventivmassnahmen umsetzen. Diese Richtlinie bei Bedarf aktualisieren.

5.3 NIS2-Meldefristen (Art. 23)

FristAnforderung
24 StundenFrühwarnung an das zuständige CSIRT
72 StundenVollständige Vorfallmeldung mit Erstbewertung
1 MonatAbschlussbericht mit Ursache, Auswirkung und Behebung

6. Compliance-Mapping

NIS2-ArtikelAnforderungSarama-Umsetzung
Art. 20GovernanceVerantwortung des Einzelunternehmers; dokumentierte Richtlinie
Art. 21(2)(a)RisikoanalyseRisikoregister (Abschnitt 3.1)
Art. 21(2)(b)VorfallbehandlungVorfallreaktionsplan (Abschnitt 5)
Art. 21(2)(c)GeschäftskontinuitätSupabase-Backups, Exportmöglichkeit
Art. 21(2)(d)LieferketteUnterauftragsbearbeiter-Bewertung (Abschnitt 3.4)
Art. 21(2)(e)Sichere EntwicklungOWASP, RLS, Input-Bereinigung
Art. 21(2)(f)WirksamkeitsbewertungRegelmässige Sicherheitsaudits
Art. 21(2)(g)SchulungFortlaufende Weiterbildung
Art. 21(2)(h)KryptographieAES-256-GCM, TLS, HMAC (Abschnitt 3.8)
Art. 21(2)(i)ZugriffskontrolleRLS, RBAC, OTP-Auth (Abschnitt 3.9)
Art. 21(2)(j)MFAOTP (geplant: TOTP/Hardware-Schlüssel)
Art. 23Vorfallmeldung24h/72h/1Mo-Zeitplan (Abschnitt 5.3)

7. Überprüfung und Aktualisierung

Diese Richtlinie wird überprüft:


8. Kontakt

Für Sicherheitsanfragen oder zur Meldung einer Schwachstelle:

Angad Manik Beratung für Strategie und Projekte
Angad Bank (ehemals Manik)
Rebgasse 53, 4058 Basel, Schweiz
E-Mail: impact@angad.swiss

Für dringende Sicherheitsvorfälle, E-Mail mit Betreff: [SICHERHEITSVORFALL] — Sarama CRM


Letzte Aktualisierung: 28. März 2026